Mittwoch, 02.04.2025

Mit Kind und Kegel: Bedeutung und Ursprung dieser Redewendung

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Die Redewendung ‚Mit Kind und Kegel‘ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und spiegelt die sozialen Strukturen des Mittelalters wider. In jener Zeit stellte die Familie, bestehend aus ehelichen und unehelichen Kindern, einen grundlegenden Bestandteil des Lebens dar. Das Wort ‚Kind‘ bezieht sich auf die Nachkommen, während ‚Kegel‘ oft für Haustiere oder das Gepäck steht, das man mit sich führt. Ursprünglich beschreibt die Wendung also die gesamte Familie – einschließlich der Kinder und allem, was dazugehört, sowie die Bedeutung von ‚Kegel‘ als Loyalität zur Familie und den Ansehen, das sie in der Gesellschaft genoss. Historisch gesehen zeigt diese Redewendung die Verbundenheit und die Verantwortung, die man gegenüber seiner Familie hat. Mit der Zeit hat sich die Bedeutung des Begriffs verändert, doch die Verbindung zur Familie bleibt bestehen. Oft wird die Wendung genutzt, um zu veranschaulichen, dass man stets das gesamte Gepäck, also die Familie, mitnimmt – sowohl in guten als auch in schwierigen Zeiten.

Bedeutung von ‚Mit Kind und Kegel‘

Die Redewendung ‚mit Kind und Kegel‘ beschreibt oft eine Situation, in der man zusammen mit seiner Familie, einschließlich Haustieren und Gepäck, unterwegs ist. Ursprünglich verknüpft mit den sozialen Verhältnissen des Mittelalters, bezog sich die Phrase auch auf eheliche und uneheliche Kinder, die als Teil der Familie angesehen wurden und somit in ein gemeinsames Unterfangen eingebunden waren. Das Familienleben, wie es heute verstanden wird, inkludiert nicht nur die direkten Angehörigen, sondern auch das gesamte Umfeld, welches man als Familie betrachtet. Ob es sich um einen Urlaub oder eine andere Art von Reise handelt, die Bedeutung zeigt den starken Zusammenhalt und die untrennbare Verbundenheit, die zwischen den Familienmitgliedern besteht. Mit ‚mit Kind und Kegel‘ wird also nicht nur eine physische Reise beschrieben, sondern auch die emotionale und soziale Bindung innerhalb einer Familie, die jedes Mitglied, ob groß oder klein, umfasst. Die Redewendung vermittelt eindrücklich, wie wichtig Familie in allen Aspekten des Lebens ist.

Historische Verwendung im Mittelalter

Im Mittelalter war die Redewendung ‚mit Kind und Kegel‘ eng mit den sozialen Verhältnissen der damaligen Zeit verbunden. Die Familie bestand häufig aus ehelichen und unehelichen Kindern, die jeweils unterschiedliche Ehrenstatus in der Gemeinschaft hatten. Das Wort ‚Kegel‘, abgeleitet vom althochdeutschen ‚kegil‘, bezeichnete ursprünglich nicht nur die Kinder, sondern auch Haustiere und Gepäck, das eine Familie auf ihren Reisen oder Umzügen mit sich führte. Somit spiegelte die Verwendung der Redewendung die Realität wider, dass Familien – inklusive ihrer Kinder, Haustiere und sonstigen Besitztümer – oft als Einheit wahrgenommen wurden. In einer Zeit, in der der Zusammenhalt innerhalb der Familie als essenziell galt, verdeutlichte ‚mit Kind und Kegel‘ das Bestreben, sämtliche Angehörige und Besitztümer wahlweise in Sicherheit zu bringen oder gemeinsam neue Wege zu beschreiten. Diese Redewendung war somit ein direkter Ausdruck der familiären Bindungen und der gesellschaftlichen Normen, die das Lebensgefühl im Mittelalter prägten.

Auswirkungen auf das Familienbild heute

‚Mit Kind und Kegel‘ ist nicht nur eine Redewendung, sondern spiegelt auch die moderne Realität der Familienbindung wider. Das Familienbild hat sich in den letzten Jahren durch Individualisierung und Pluralisierung stark gewandelt. Vielfalt der Familienformen prägt unser tägliches Leben, wodurch sich neue Lebensformen etabliert haben. Die traditionellen Vorstellungen von Familiengründung und Familienleben werden zunehmend durch alternative Modelle ergänzt, die oft auch das Zusammenleben von mehreren Generationen oder gleichgeschlechtlichen Paaren umfassen.

Die Coronavirus-Pandemie verstärkte diesen Wandel, da Elternbetreuung, Kitas und Schulen in der Zeit der Lockdowns in den Vordergrund rücken mussten. Plötzlich sahen sich viele Familien vor der Herausforderung, Alltag, Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Diese Veränderungen führten nicht nur zu einer verstärkten Wertschätzung familiärer Bindungen, sondern zeigten auch, wie wichtig eine stabile Unterstützung durch die Gemeinschaft ist. In der heutigen Zeit bedeutet ‚Mit Kind und Kegel‘ also mehr denn je, dass das Familienbild nicht statisch ist, sondern sich ständig weiterentwickelt und den Bedürfnissen der Gesellschaft anpasst.

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